Blog
Mehr Senf auf das Gewehr, bitte! -2/9/10 - 11:31 AM
Merkwürdige Überschrift?
Schon.
Was ich damit eigentlich sagen will, auch ich möchte jetzt mal eine Meinung zu der leidlichen Diskussion beitragen, in wie weit Spiele einen EInfluss auf die Realität haben...ich gebe quasi meinen Senf dazu. Quasi auf das Gewehr. Ach, wie auch immer. Interessiert vermutlich keinen, da es nun die 567.897te Meinung ist. Außerdem neige ich zu langen Texten - ich versuche aber durchaus, das Ganze unterhaltsam und nicht langweilig aufzubereiten. Wer jetzt noch Interesse hat, klickt einfach auf "Mehr lesen"... (beziehungsweise "Weiter", da der "Mehr lesen" link auf einmal "Weiter" heißt.)....
....ihr seid noch da? Selbst Schuld....äääh....schön, meine ich.
Prinzipiell will ich mich eigentlich nicht hinstellen und einfach nur sagen "Öh, blöde Poltiker". Mich interessiert das Thema wirklich.
Zunächst muss man klarstellen, was eigentlich von Menschen adaptiert werden kann. Eigentlich alles, was man so in etwa auch im realen Leben "nachmachen" kann, kann als Spielerlebnis durchaus einen Einfluss haben. Das fängt an bei Sportspielen (was bei Wrestling wieder gefährlich wird), geht über Autorennen (was dann bei Alarm für Cobra 11 verfilmt wird) und landet irgendwann bei Shooter-, Action- und Adventurespielen.
Klar, wer Sim City oder Black & White spielt kann zwar bei übermäßigem Konsum auch soziale Kompetenzen einbüßen (die Betonung liegt auf kann!), allerdings ist eine Adaption ins wahre Leben relativ undenkbar. Wer es schafft mit seiner Hand ganze Getreidefelder abzuernten oder per Willen einen Tornado über eine Stadt zu fegen, der hat mediale Aufmerksamkeit ohnehin verdient.
Und, ganz ehrlich, wenn der kleine Klaus mit 11 Jahren in einem Spiel ausschließlich mutierte Riesenspinnen über den Haufen ballert und das adaptiert, dann hat Papa im schlimmsten Fall Einschusslöcher im Keller wenn Sohnemann wieder auf Spinnenjagd geht.
So, und nun mal eine Frage zwischendurch: Wieviele von euch haben beim Lesen auch nur eine Milisekunde daran gedacht, wie zur Hölle der kleine Klaus an eine gottverdammte Schusswaffe gekommen ist??
Das nur so nebenbei.
Zurück zum Thema, Spiele die einen Einfluss auf das reale Leben haben, müssen also auch einen gewissen Bezug dazu haben. Mein Klempner springt auf jeden Fall nicht auf Schildkröten rum, wenn ihr versteht was ich meine.
Nun haben wir also schonmal eingegrenzt. Es sind nichtmal nur die bösen "Killerspiele", sondern auch Sport- und Autorennsimulationen, die einen Einfluss haben können.
Zu den "Opfern" - wer adaptiert eigentlich?
Nun, prinzipiell so gut wie alle. Das ist dann Gruppe A. Direkt nach dem Spiel gibt es einfach eine psychologisch nachgewiesene Phase, die das Gehirn zum "abschalten" braucht, nachdem das Spiel beendet wurde. Die kann bei dem einen länger, und beim anderen kürzer sein.
Mal ehrlich - wer ist nicht schonmal unmittelbar nach einem Spiel aus dem Haus, hat gerade dem Megaboss überhaupt gehörig den Arsch versohlt und fühlte sich einfach gut, stark und zufrieden? Bei manchen Leuten hat der Einfluss etwas (!) stärkere, längere Einflüsse. So berichtete ein gewisses Konkurrenzblatt (das letztenendes den Anstoß zu diesem Eintrag gab) auch von Autofahren, die kurz nach dem Spiel etwas gerast sind.
Aber mal ehrlich, diese Affektion führt nicht tu Toten. Spätestens wenn der kleine Klaus die Waffe aus dem Schrank seines Vaters (Aha!) gekramt hat und in der Hand hält, ist der Rausch vorbei da sein Gehirn einen viel krasseren Außeneinfluss verarbeitet. Ich formuliere diesen mal salopp: "Öööh! Knarre!"
Es sei denn - und das ist Gruppe B - , Klaus hat - abermals salopp formuliert - ohnehin einen Schaden.
Ja, es stimmt. Kinder und Jugendliche sind, da sie noch keine "fertigen Persönlichkeiten" sind, anfälliger für die Auswirkungen von Computerspielen. Aber mal ehrlich, meine Generation hat auch "Gewaltverherrlichende Spiele" konsumiert, und bisher erfreuen sich alle beser Gesundheit. Und ihre (Ex-)Schulen ebenso.
Was es aber in meiner Jugend gab war ein Fall, bei dem ein Kind nach übermäßigem Freitag der 13te Konsum mit einer Axt seine Schwester verstümmelt hat.
Doch die Produktion von Filmen wird nicht verboten. Sie sind ja Kunst. Mal ehrlich, wer schon einen Knacks weg hat oder labil ist, dem ist egal woher er sowas nimmt. Klar, bei Spielen - machen wir uns nix vor - ist es einfach am gefährlichsten, da man vom passiven betrachten in das aktive Handeln geworfen wird. Okay. Aber nehmen wir mal an, die Herstellung der Spiele wird verboten. Die Menschen (durchaus nicht nur Kinder) nehmen sich ihre Vorlagen dann aus Filmen. Büchern (wenn sie denn lesen wollen). Nachrichten. Sie adaptieren den Massenmörder, der Dank RTL und Co. eh in aller Munde ist.
Verbot bringt also rein gar nichts.
Was aber tun?
Nun, prinzipiell, auch wenn ich mir damit ein oder zwei Feinde mache, halte ich Altersbegrenzungen schonmal für sinnvoll. Das war jetzt kein Lob an die USK / FSK, denn die verfehlen oftmals einfach ihren Job massiv, da es keine Kenner der Materie sind. Aber das ein Dead Space 2 ab 18 sein sollte, da kann ich mich schon mit anfreunden.
Auch Indizierungen sind bei wahren Gewaltorgien wie "M*nh*nt" nicht die dümmste Idee. Der erwachsene Spieler kommt ja dran.
Bleiben letztendlich:
A)
Die Kinder, die eh schon einen Knacks haben und diese Spiele irgendwie ranbekommen
C) (wer sich fragt wo "B" ist, aus "B" macht das Ding hier diese hässliche Fratze:
)
Erwachsene (generell Menschen), die psychisch labil sind.
Mit einer ordentlichen Institution zur Altersfreigabenkontrolle und einer konsequenten Durchführung durch Händler sollte Punkt A soweit es geht abgehakt sein. Wenn Papa seinem Klaus dann neben dem Spinnenvernichter 2010 auch noch Gegenschlag V.3 schenkt, dann kann man einfach nichts machen. Genauso kann ja keiner Papa daran hindern, seinem Sohnemann das schießen "in echt" beizubringen oder schlimmeres. Und Waffen für Erwachsene verbietet deshalb auch niemand.
Schwer sind eigentlich "ausreichend Alte", aber psychisch labile Anwender.
Endgültig unbeliebt mache ich mich wohl mit der (auf Kosten bezogen wohl undurchführbaren) Idee, das gewisse Spiele nur auf Basis einer psychologischen Untersuchung (Ergebnis hält dann natürlich 'n paar Jahre) rausgegeben werden darf. Ich meine, diese Regelung betrifft vielleicht 2-3 % aller Spiele.
Zuletzt sei gesagt:
Computerspiele werden, vor allem drüben in England, auch positiv genutzt. Da gibt es "Play Atention", eine Simulation die ADS-Kranke bei der Konzentrationsfähigkeit unterstützt. Oder einen Kriegssimulator, der traumatisierte Soldaten bei ihrer psychologischen Genesung unterstützen soll. Beide Modelle liefern nachweisliche, beachtliche Erfolge.
Spiele fördern Konzentration und selbst böse, böse Ballerspiele können sich das auf die Flagge schreiben.
Man sollte sich nicht fragen, wie man das verbietet. Man sollte sich fragen, wie man vermeiden kann, dass es in falsche Hände gerät.
Schon.
Was ich damit eigentlich sagen will, auch ich möchte jetzt mal eine Meinung zu der leidlichen Diskussion beitragen, in wie weit Spiele einen EInfluss auf die Realität haben...ich gebe quasi meinen Senf dazu. Quasi auf das Gewehr. Ach, wie auch immer. Interessiert vermutlich keinen, da es nun die 567.897te Meinung ist. Außerdem neige ich zu langen Texten - ich versuche aber durchaus, das Ganze unterhaltsam und nicht langweilig aufzubereiten. Wer jetzt noch Interesse hat, klickt einfach auf "Mehr lesen"... (beziehungsweise "Weiter", da der "Mehr lesen" link auf einmal "Weiter" heißt.)....
....ihr seid noch da? Selbst Schuld....äääh....schön, meine ich.
Prinzipiell will ich mich eigentlich nicht hinstellen und einfach nur sagen "Öh, blöde Poltiker". Mich interessiert das Thema wirklich.
Zunächst muss man klarstellen, was eigentlich von Menschen adaptiert werden kann. Eigentlich alles, was man so in etwa auch im realen Leben "nachmachen" kann, kann als Spielerlebnis durchaus einen Einfluss haben. Das fängt an bei Sportspielen (was bei Wrestling wieder gefährlich wird), geht über Autorennen (was dann bei Alarm für Cobra 11 verfilmt wird) und landet irgendwann bei Shooter-, Action- und Adventurespielen.
Klar, wer Sim City oder Black & White spielt kann zwar bei übermäßigem Konsum auch soziale Kompetenzen einbüßen (die Betonung liegt auf kann!), allerdings ist eine Adaption ins wahre Leben relativ undenkbar. Wer es schafft mit seiner Hand ganze Getreidefelder abzuernten oder per Willen einen Tornado über eine Stadt zu fegen, der hat mediale Aufmerksamkeit ohnehin verdient.
Und, ganz ehrlich, wenn der kleine Klaus mit 11 Jahren in einem Spiel ausschließlich mutierte Riesenspinnen über den Haufen ballert und das adaptiert, dann hat Papa im schlimmsten Fall Einschusslöcher im Keller wenn Sohnemann wieder auf Spinnenjagd geht.
So, und nun mal eine Frage zwischendurch: Wieviele von euch haben beim Lesen auch nur eine Milisekunde daran gedacht, wie zur Hölle der kleine Klaus an eine gottverdammte Schusswaffe gekommen ist??
Das nur so nebenbei.
Zurück zum Thema, Spiele die einen Einfluss auf das reale Leben haben, müssen also auch einen gewissen Bezug dazu haben. Mein Klempner springt auf jeden Fall nicht auf Schildkröten rum, wenn ihr versteht was ich meine.
Nun haben wir also schonmal eingegrenzt. Es sind nichtmal nur die bösen "Killerspiele", sondern auch Sport- und Autorennsimulationen, die einen Einfluss haben können.
Zu den "Opfern" - wer adaptiert eigentlich?
Nun, prinzipiell so gut wie alle. Das ist dann Gruppe A. Direkt nach dem Spiel gibt es einfach eine psychologisch nachgewiesene Phase, die das Gehirn zum "abschalten" braucht, nachdem das Spiel beendet wurde. Die kann bei dem einen länger, und beim anderen kürzer sein.
Mal ehrlich - wer ist nicht schonmal unmittelbar nach einem Spiel aus dem Haus, hat gerade dem Megaboss überhaupt gehörig den Arsch versohlt und fühlte sich einfach gut, stark und zufrieden? Bei manchen Leuten hat der Einfluss etwas (!) stärkere, längere Einflüsse. So berichtete ein gewisses Konkurrenzblatt (das letztenendes den Anstoß zu diesem Eintrag gab) auch von Autofahren, die kurz nach dem Spiel etwas gerast sind.
Aber mal ehrlich, diese Affektion führt nicht tu Toten. Spätestens wenn der kleine Klaus die Waffe aus dem Schrank seines Vaters (Aha!) gekramt hat und in der Hand hält, ist der Rausch vorbei da sein Gehirn einen viel krasseren Außeneinfluss verarbeitet. Ich formuliere diesen mal salopp: "Öööh! Knarre!"
Es sei denn - und das ist Gruppe B - , Klaus hat - abermals salopp formuliert - ohnehin einen Schaden.
Ja, es stimmt. Kinder und Jugendliche sind, da sie noch keine "fertigen Persönlichkeiten" sind, anfälliger für die Auswirkungen von Computerspielen. Aber mal ehrlich, meine Generation hat auch "Gewaltverherrlichende Spiele" konsumiert, und bisher erfreuen sich alle beser Gesundheit. Und ihre (Ex-)Schulen ebenso.
Was es aber in meiner Jugend gab war ein Fall, bei dem ein Kind nach übermäßigem Freitag der 13te Konsum mit einer Axt seine Schwester verstümmelt hat.
Doch die Produktion von Filmen wird nicht verboten. Sie sind ja Kunst. Mal ehrlich, wer schon einen Knacks weg hat oder labil ist, dem ist egal woher er sowas nimmt. Klar, bei Spielen - machen wir uns nix vor - ist es einfach am gefährlichsten, da man vom passiven betrachten in das aktive Handeln geworfen wird. Okay. Aber nehmen wir mal an, die Herstellung der Spiele wird verboten. Die Menschen (durchaus nicht nur Kinder) nehmen sich ihre Vorlagen dann aus Filmen. Büchern (wenn sie denn lesen wollen). Nachrichten. Sie adaptieren den Massenmörder, der Dank RTL und Co. eh in aller Munde ist.
Verbot bringt also rein gar nichts.
Was aber tun?
Nun, prinzipiell, auch wenn ich mir damit ein oder zwei Feinde mache, halte ich Altersbegrenzungen schonmal für sinnvoll. Das war jetzt kein Lob an die USK / FSK, denn die verfehlen oftmals einfach ihren Job massiv, da es keine Kenner der Materie sind. Aber das ein Dead Space 2 ab 18 sein sollte, da kann ich mich schon mit anfreunden.
Auch Indizierungen sind bei wahren Gewaltorgien wie "M*nh*nt" nicht die dümmste Idee. Der erwachsene Spieler kommt ja dran.
Bleiben letztendlich:
A)
Die Kinder, die eh schon einen Knacks haben und diese Spiele irgendwie ranbekommen
C) (wer sich fragt wo "B" ist, aus "B" macht das Ding hier diese hässliche Fratze:
Erwachsene (generell Menschen), die psychisch labil sind.
Mit einer ordentlichen Institution zur Altersfreigabenkontrolle und einer konsequenten Durchführung durch Händler sollte Punkt A soweit es geht abgehakt sein. Wenn Papa seinem Klaus dann neben dem Spinnenvernichter 2010 auch noch Gegenschlag V.3 schenkt, dann kann man einfach nichts machen. Genauso kann ja keiner Papa daran hindern, seinem Sohnemann das schießen "in echt" beizubringen oder schlimmeres. Und Waffen für Erwachsene verbietet deshalb auch niemand.
Schwer sind eigentlich "ausreichend Alte", aber psychisch labile Anwender.
Endgültig unbeliebt mache ich mich wohl mit der (auf Kosten bezogen wohl undurchführbaren) Idee, das gewisse Spiele nur auf Basis einer psychologischen Untersuchung (Ergebnis hält dann natürlich 'n paar Jahre) rausgegeben werden darf. Ich meine, diese Regelung betrifft vielleicht 2-3 % aller Spiele.
Zuletzt sei gesagt:
Computerspiele werden, vor allem drüben in England, auch positiv genutzt. Da gibt es "Play Atention", eine Simulation die ADS-Kranke bei der Konzentrationsfähigkeit unterstützt. Oder einen Kriegssimulator, der traumatisierte Soldaten bei ihrer psychologischen Genesung unterstützen soll. Beide Modelle liefern nachweisliche, beachtliche Erfolge.
Spiele fördern Konzentration und selbst böse, böse Ballerspiele können sich das auf die Flagge schreiben.
Man sollte sich nicht fragen, wie man das verbietet. Man sollte sich fragen, wie man vermeiden kann, dass es in falsche Hände gerät.
#3 Jokeffect
10.02.2010 20:18 Bewertung: 3
Nerd schrieb am 09.02.10 um 15:34 :
Warum kann man nicht 2 oder 3 Daumen nach oben geben?
Absolut meine Meinung, nur hätte ich sie nicht so gut formulieren können. ;)
Warum kann man nicht 2 oder 3 Daumen nach oben geben?
Absolut meine Meinung, nur hätte ich sie nicht so gut formulieren können. ;)
Jep besser könnt ichs auch nicht sagen!
#1 Nerd
09.02.2010 15:34 Bewertung: 4
Warum kann man nicht 2 oder 3 Daumen nach oben geben?
Absolut meine Meinung, nur hätte ich sie nicht so gut formulieren können. ;)










Kommentare