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Warhammer 40.000: Dawn of War (PC)

Release:
30.09.2004
Genre:
Strategie
Publisher:
THQ

Warhammer 40.000: Dawn of War

27.10.2004 11:25 Uhr
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Warhammer 40.000: Dawn of War [Quelle: ] Eine gewaltige Explosion erhellt den Nachthimmel, als die Einheit der Space Marines durch die zerbombten Straßen stürmt. Da! Orks springen hinter einer Hauswand hervor und blecken die gelben, spitzen Zähne. Die Soldaten stoppen und legen ihre Waffen an. Mit einem Kampfschrei preschen die grünhäutigen Stinker nach vorn. "Feuer frei!" Das Hauen und Stechen beginnt und hört kaum noch mal auf. Willkommen bei Warhammer 40.000: Dawn of War, dem neuen Echtzeit-Strategiespiel von Relic Entertainment. Jawohl, mit diesem Titel zeigen die Homeworld-Macher, wie eine gelungene Umsetzung eines Tabletop-Spiels (siehe Extrakasten) aussehen muss. In Dawn of War gibt’s vor allem eines: rasante Action. Bis zum Abwinken und fett präsentiert. Egal ob in der Einzelspieler-Kampagne, den Mehrspieler-Matches und mit welcher Einheit: Zum Verschnaufen kommen Sie kaum, alles ist auf Dauer-Power ausgelegt.

Attacke!
Die Entwickler erweiterten das klassische Echtzeit-Strategiespiel samt Basisbau um viele frische Ideen. Anders als üblich sammeln Sie etwa Ressourcen nicht durch Buddeln im Dreck oder Zerkloppen von riesigen Steinhaufen. Sie erzeugen Energie in Plasma-Generatoren und nehmen so genannte Kontrollpunkte und Reliquien ein, die auf der gesamten Karte verteilt sind. Je mehr davon Sie beherrschen, desto mehr Anforderungspunkte schreibt man Ihrem Konto gut. Diese stellen sich als die wichtigste Ressource für Einheiten und Gebäude heraus. Ohne die Dinger hoffen Sie vergeblich auf Verstärkung, neue Waffen, Fahrzeuge und Gebäude für die Schlacht. Einigeln in der eigenen Basis bringt Ihnen in Dawn of War also nichts mehr - außer den virtuellen Tod. Im Gegensatz zum Rumgeplänkel mit Frauen, sind Sie hier besser beraten, wenn Sie möglichst schnell zum Schuss kommen. Angriff heißt die Devise. Vorpreschen, Kontrollpunkte einnehmen, die Dinger halten und den Feind auslöschen ist angesagt. So ergeben sich früh im Spielverlauf heiße Gefechte. Dabei dezimieren sich bei Feindberührung zwangsläufig Ihre Reihen. Obwohl Sie neue Einheiten in Ihrer Basis produzieren, entfällt bei Dawn of War das nervige Nachschicken des Frischfleischs an die Front. Per Mausklick verstärken Sie die zu Trupps zusammengefassten Infanterieeinheiten oder rüsten sie mit besseren Waffen wie Flammenwerfern oder panzerbrechender Munition aus. Sekunden später beamt sich der Kram grafisch effektvoll in die Pranke Ihrer Jungs. Praktisch: Das Ersetzen gefallener Kameraden lässt sich sogar automatisieren. Um die Moral und damit die Effektivität im Kampf zu steigern, teilen Sie den schrägen Streitern außerdem Truppenführer zu. Gehen diese besonders schlagkräftigen Kerle im Kampf über den Jordan, macht sich Ihr Trupp ins Hemd und Sie sollten Ihn besser auf den Heimweg schicken, bevor die bösen Buben ihn zermalmen. Und Letzteres ist durchaus wörtlich zu nehmen.

Nahkampf
Dawn of War brilliert mit einer fantastisch detaillierten Grafik, bombastischem, orches-tralem Sound, gelungenen Animationen - und einem unglaublich hohem Zoomfaktor. Selbst Pazifisten bleiben bei den Kampfszenen vor dem Monitor hocken und halten die Kinnlade fest, wenn der Bildschirm vom Getöse mächtiger Kampfelefanten buchstäblich erzittert. Wie Ottfried Fischer durch die Metzgerläden von Bad Tölz, walzt diese monströse Einheit der Orks schon mal quer durch die gegnerische Armee, trampelt die Hälfte Ihrer tapferen Soldaten nieder und spießt den Rest auf wie ein serbisches Schaschlik. Auch der Blutdämon der Chaos macht keine Gefangenen, sondern hinterlässt eine hübsch rote, virtuelle Ketchup-Spur. Dank der agilen Kamera ließen wir das Spiel häufiger pausieren, um uns am hohen Detailgrad der Akteure zu ergötzen. Denn in Warhammer 40.000 kämpfen die Krieger wirklich Mann gegen Mann. Kommt ein Ork einem Scharfschützen zu na-he, steckt der die Fernwaffe weg, greift zur fetten Pistole und ballert damit los. Die blutrünstige Grünhaut schnappt sich ihrerseits die Axt und prügelt, dass die Schwarte kracht. Keine Schlacht läuft wie die andere ab, aber alle haben eines gemeinsam: Es geht ab wie Lucy. Klar färbt sich dabei der Bildschirm auf Dauer ziemlich rot. Selbst dauerstrickende, frauenbewegte Sozialpä-dagoginnen müssen aber eingestehen, dass sich Dawn of War dabei keineswegs ernst nimmt, sondern eher als derbe Comic-Satire durchgeht. Ach ja! Die nicht frei konfigurier-bare Steuerung stellt Rechts-Links-Legastheniker allerdings anfangs vor eine echte Herausforderung. Warum Sie bei einer normalen Bewegung mit Rechts klicken, bei einem Angriffsbefehl aber mit Tastaturkürzel oder Linksklick, versteht zunächst keine alte Sau.

Missionarsarbeit
Die elf Missionen mit jeweils mehreren Stunden Spielzeit entführen Sie in eine Geschichte voller Hass, Intrigen und Verrat. Nein, die ist nicht von Konsalik. Trotzdem laufen die Aufträge blöderweise meist immer gleich ab. Ihr Job: Metz ... - ähh - strecken Sie alle Gegner nieder. Obwohl die Entwickler vier der verfügbaren zehn Rassen aus dem Warhammer-Universum in Bits und Bytes verwandelten, erleben Sie in der Kampagne nur die Geschichte der Space Marines. Schade! Orks, Eldar und die Chaos sind nur im exzellenten Skirmish- und Mehrspieler-Modus im Netzwerk oder Internet wählbar. Trotzdem liegt noch ein Hase im Pfeffer. Die umfangreichen Technikbäume der Rassen bieten aus Zeitgründen kaum die Möglichkeit, sie komplett auszureizen. Dann bleibt Ihnen nur, einen Waffenstillstand auszuhandeln, um ihre Basis in Ruhe ausbauen und sich mit Supereinheiten auf die Pelle rücken zu können. Allerdings dürfen Sie Ihre Armee individuell bemalen, was Fans der Vorlage wahrscheinlich aus Dankbarkeit gen Mekka pilgern lässt. Nee, noch nicht losjoggen, erst zocken, ihr Hirnis!

Warhammer 40.000: Dawn of War (PC)
Spielspaß-Wertung

86 %
Leserwertung
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Marc Brehme
Ich gestehe: Gerissen habe ich mich um dieses Testmuster nicht. Basierend auf einem Tabletop-Spiel? Oh Gott! Wo ich sogar vor jedem Mensch ärgere dich nicht erneut die Anleitung studieren muss. Aber bereits nach kurzer Zeit war ich zum Wendehals mutiert und nicht mal für einen Super-Döner vom PC wegzu--kriegen. Dawn of War sieht richtig geil aus, langweilt keine Minute und macht einen Heidenspaß. So erleben Tabletop-Spiel-Einpenner wie ich eben auf dem PC rasante Action im Warhammer 40.000-Universum.