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Vampire: The Masquerade - Bloodlines (PC)

Release:
18.11.2004
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
k.A.

Vampire: Bloodlines

19.01.2005 15:27 Uhr
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Vampire: Bloodlines [Quelle: ] Sie kennen das ja. Ein geiles Spiel erscheint, Sie zocken es gierig durch und warten dann hungrig auf den Nachfolger. Aber es gibt auch Ausnahmen. Wie zum Beispiel Nihilistic Softwares Vampire: The Masquerade - Redemption. Das hatte brillante Ansätze, doch unterm Strich gab es zu viele Mängel, wodurch dem atmosphärischen Titel eine hohe Wertung verwehrt blieb. Trotzdem waren nicht nur wir auf eine Fortsetzung scharf. Denn die Thematik an sich schien geradezu prädestiniert für ein geniales Computerspiel. Und weil die Hoffnung zuletzt stirbt, war sich jedermann sicher, dass der Nachfolger einfach besser sein wird! Viereinhalb Jahre verstrichen, bis Vampire: The Masquerade - Bloodlines dann endlich herauskam und schon nach wenigen Stunden Spielzeit fielen wir mit Tränen des Glücks in den Augen auf die Knie. Es ist eben immer wieder zum Weinen schön, wenn die eigenen Erwartungen übertroffen werden.

Kinder der Nacht
Zu Beginn des Spiels entscheiden Sie sich erst einmal für einen der sieben VampirClans und das Geschlecht Ihrer Spielfigur. Die Wahl hat dabei krasse Auswirkungen auf den Spielverlauf. Da wären zum Beispiel die Gangrel, die sich wenn nötig in klauenbewährte Monster verwandeln. Oder die Nosferatu, die durch ihr abstoßendes Äu-ßeres ein sprichwörtliches Schattendasein fristen und sich unsichtbar machen können - fast wie Übergewichtige in der Disco. Stilvoller gehen die Ventrue zur Sache. Die smarten Wesen zwingen Kraft ihres Willens schon mal ganze Menschengruppen zum Massenselbstmord und manipulieren problemlos Gesprächspartner. Für Unentschlossene gibt es übrigens ein lustiges "Quiz", ähnlich wie in Elder Scrolls 3: Morrowind. Hier beantworten Sie einfach auf Ihren persönlichen Charakter bezogene Fragen, worauf automatisch eine entsprechende Spielfigur erstellt wird.

Leichter Einstieg
Die Rollenspielwelt ist in vier große Stadtteile aufgeteilt, die nach und nach freigeschaltet werden: Santa Monica, Downtown, Hollywood und Chinatown. Weil es dort so vieles zu tun und entdecken gibt, beginnen Einsteiger mit dem sauguten Tutorial. Hier lernen Sie, wie man diskret Menschen aussaugt, kämpft, schleicht, sich in Computer hackt, Schlösser knackt und so weiter. Das Absolvieren des Tutorials ist zwar nicht Pflicht, doch die dabei erworbenen Erfahrungspunkte können Sie gut gebrauchen. Ihre Spielfigur steuern Sie aus der Ego- und Verfolger-Perspektive, genau wie in der Hitman-Reihe. Kämpfe laufen in Echtzeit ab und spielen sich wie in einem Actionspiel. Sie prügeln, ballern und hacken Gegner aus den Latschen, wobei die Effizienz von Ihren Erfahrungswerten abhängt. Ihre Spezialfähigkeiten - im Spiel Disziplinen genannt - kosten dabei ordentlich Saft, weswegen die Blut-Anzeige immer gut gefüllt sein sollte. Durch das Aussaugen von Blutbeuteln, Menschen und Ratten tanken Sie die Leiste wieder voll. Tun Sie das zu auffällig, durchbrechen Sie die so genannte Maskerade, was zum Tod führen kann. Wenn jeder weiß, dass Sie ein Blutsauger sind, bringt das halt Probleme mit sich. Man denke nur mal an unseren Finanzminister. Bloodlines bietet rund 70 Missionen, wovon mehr als die Hälfte nicht zwingend zu absolvieren sind. Doch wie beim Tutorial gilt: Die Erfahrungspunkte kann man gut brauchen. Die meisten Nebenjobs ziehen Sie durch Gespräche an Land. Quatschen Sie also ruhig jeden an, denn man weiß ja nie, was sich für Möglichkeiten auftun. Die Missionen selbst könnten unterschiedlicher nicht sein. Mal gilt es ein Spuk-Hotel zu infil-trieren, dann wieder sollen Sie die entführte Tochter eines einflussreichen Asiaten befreien, einen Serienmörder festnageln oder den Ursprung einer Vampir-Seuche ergründen. Dabei erleben Sie dermaßen viele "Mann, ist das geil"-Momente wie schon lange in keinem Rollenspiel mehr. Manchmal haben wir aus Angst sogar das Licht angemacht, um weiterzuspielen und wo sonst hackt man eine Horde Monster auf einem Pornofilm-Set zu Brei oder watscht Zombies auf dem Friedhof mit einem abgetrennten Arm ab? Wundervoll!

Zwischen den Fronten
Die Wahl der Aufträge hat erhebliche Auswirkungen, denn irgendeiner der rivalisierenden Vampir-Banden kommen Sie immer in die Quere. Im Idealfall gelingt es Ihnen, die verfeindeten Clans gegenei-nander auszuspielen. Ein weiteres Detail, das der Atmosphäre dient und das Spiel zu einem lebendigen, weil nicht-linearen Erlebnis macht. Allerdings gibt es auch Kri-tikpunkte. Während die Ge-sichter der Figuren super aussehen, wirkt die Umgebung manchmal etwas detail-arm. Außerdem passiert es häufig, dass eine Gestalt gleich dreimal in einem Raum herumsteht, weil nicht genug unterschiedliche Figuren gebastelt wurden. Schlimmer sind häufige Ladepausen und blöde Bugs. Ton-Stotterer und gelegentliche Abstürze etwa. Ein rettender Patch ist zum Glück in der Mache. Deshalb gilt: Wer auch nur ansatzweise etwas mit Rollenspielen anzufangen weiß, legt sich dieses Spiel unbedingt zu. Alle anderen eigentlich auch, denn Titel, die eine dermaßen dichte Atmosphäre aufbauen, sind auch heute noch selten und verdienen unseren Respekt. Amen!

Vampire: The Masquerade - Bloodlines (PC)
Spielspaß-Wertung

90 %
Leserwertung
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