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Startopia (PC)

Release:
15.06.2001
Genre:
Strategie
Publisher:
Eidos
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In Dungeon-Keeper-Manier managen Sie eine Raumstation.

19.06.2001 10:55 Uhr
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In der Spelunke treffen sich die Aliens gerne nach der Arbeit, um sich kräftig einen hinter die Binde zu kippen. In der Spelunke treffen sich die Aliens gerne nach der Arbeit, um sich kräftig einen hinter die Binde zu kippen. [Quelle: ] Vergleicht man die blecherne Realität heutiger Raumstationen der Marke MIR mit den schicken Visionen diverser Sci-Fi-Autoren und -Regisseuren herrscht doch noch eine ziemlich große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Darf man der vom Entwicklerteam Mucky Foot ausgeheckten Storyline allerdings Glauben schenken, werden schon in Kürze eine Vielzahl hochmoderner Weltraum-Hotels durch die Galaxis schweben. Im Spiel heißt dieses Startopia und Ihre Aufgabe ist es, daraus eine technisch funktionierende und wirtschaftlich florierende Raumstation zu machen.
Den Einstieg in Ihren neuen Job als Stationsvorsteher im Weltall erleichtert Ihnen dankenswerterweise ein fünfteiliges Tutorial, das Sie mit der Steuerung und den wichtigsten Funktionen des Spiels vertraut macht. Liebhaber der Kerkermeister-Simulation Dungeon Keeper dürften sich übrigens besonders rasch zurechtfinden, denn Optik und Steuerung sind nahezu identisch. Die Erklärung hierfür liefert die Tatsache, dass sich das Entwicklerteam Mucky Foot aus ehemaligen Bullfroh-Mitarbeitern zusammensetzt, die zuvor allesamt auch an der Dungeon Keeper-Reihe mitgeschraubt haben. Nach dem Tutorial erwartet Sie eine zwölf Missionen starke Kampagne oder der "Sandkastenmodus", hinter dem sich das Endlosspiel verbirgt. Und wer sich in den Weiten des Universums etwas einsam vorkommt, darf sich mit bis zu drei menschlichen Kontrahenten im Netzwerk oder Internet verlustieren.
Egal für welchen Modus Sie sich letztendlich entscheiden, am Anfang finden Sie sich stets mit einigen Konstruktionskisten auf dem untersten Deck, dem Technogiedeck, Ihrer (noch) leeren Raumstation wieder. Hier können später alle Gebäude errichtet werden, die der Forschung, dem Handel und dem Betrieb Ihrer Weltraumsiedlung dienen. Jede Station verfügt übrigens über drei übereinander liegende Decks (Technologiedeck, Vergnügungsdeck, Biodeck), die sich jeweils in 16 Abschnitte unterteilen. Um einen neuen Abschnitt betreten zu können, müssen Sie lediglich das Tor öffnen, was allerdings ein paar Energieeinheiten kostet. Energie ist nämlich die Währung im Weltall und die ist kostbar. Ihre Auftraggeber haben Ihnen zu Spielbeginn freundlicherweise noch ein paar Scuzzer-Droiden spendiert, die, ähnlich wie die Imps bei Dungeon Keeper, alle Reperatur- und Wartungsarbeiten ausführen. Mit deren Hilfe lassen sich die Grundausrüstungen einer jeden Weltraumstation errichten: Ein Energiekollektor, Schlafkojen mit Waschzelle für die Bewohner, ein Nahrungsautomat, das Droiden-Ladegerät und eine Schleuse, über die die zahlreichen Besucher in die Station gelangen. Alles in allem nicht wirklich viel, deswegen müssen Sie wohl oder übel auf die Dienste von Arona, einen alten Sternenhändler zurückgreifen, der Sie mit weiteren Raum-Konstruktionen und Droiden versorgt. Allerdings zu Wucherpreisen. Deswegen ist es immens wichtig, schleunigst ein eigenes Raumdock aus dem Boden zu stampfen. Dies ermöglicht Geschäfte mit anderen Händlern zu sehr viel moderateren Konditionen. Weist Ihr Energiekonto später einen hohen Betrag aus, können Sie sich auch eine Fabrik gönnen, die - in Zusammenarbeit mit Ihrer Forschungsabteilung - alle möglichen Güter, Baupläne, Technologien und Droiden produziert.
Das Ausbauen Ihrer Raumstation geht überaus einfach von der Hand. Mit der linken Maustaste nehmen Sie Gegenstände auf, mit der rechten Maustaste aktivieren Sie diese oder sprechen mit Ihren Angestellten oder anderen Aliens. Und mittels Mausrad und Links-Rechts-Bewegungen justieren Sie die Kamera. Bei manchen Gebäudetypen genügt es allerdings nicht, diese einfach irgendwo zu platzieren. Stationen wie das Raumdock, die Fabrik oder das Labor funktionieren nicht selbstständig, sondern verlangen nach fähigem Personal. Dies müssen Sie aus den neun verschiedenen Alienrassen rekrutieren, mit denen Sie es im Spiel zu tun kriegen und die allesamt unterschiedliche Vorlieben und Fähigkeiten besitzen.
So sind beispielsweise die Greys begnadete Mediziner, während die groulenischen Salzferkel technisch top sind und die Fähigkeiten der Turraken in der Forschungssarbeit am besten zur Geltung kommen. Doch damit nicht genug. Jedes einzelne Individium dieses bunten Alien-Potpourris verfügt über eine eigene Biografie inklusive Strafakte. Das Personal- und Besuchermanagement läuft über ein eigenes Menü ab, in dem zahllose Daten und Statistiken zusammenlaufen, was allerdings ziemlich umständlich und unübersichtlich geraten ist. So artet die Suche nach einer bestimmten Alien-Rasse oder einem Angestellten des Öfteren in unnötig komplizierte Arbeit aus.
Undank ist bekanntlich der Welt Lohn. Da stampfen Sie eine funktionierende und florierende Raumstation aus dem Boden, schaffen zahlreiche Arbeitsplätze und bereichern die Galaxis somit ungemein und was wollen die Bewohner und Besucher? Spaß! Begnügte man sich anfangs noch mit einer Schlafkoje und Gruppen-Nasszelle, sehnen sich die Aliens nun nach mehr. Diese Sucht lässt sich auf dem Vergnügungsdeck befriedigen, wo Luxushotels, Kneipen, edle Cocktailbars, schicke Restaurants, ausgewählte Einkaufsparadiese und Gewinn bringende Freudenhäuser auf die willige Kundschaft warten. Darüber hinaus empfiehlt sich des Öfteren ein Abstecher auf das Biodeck. Hier zieht es gestresste Aliens und viele Besucher zum Relaxen hin. Unter einer Glaskuppel mit freiem Blick auf die Milchstraße toben sich hier Flora und Fauna so richtig aus. Karmarama-Bauern bauen hier auf Wunsch Pflanzen an und in Populous-Manier können Sie diese Biosphäre ganz nach Ihren Wünschen formen, die Landschaft anheben oder absenken, die Bodentemperatur ändern und Wasser einleiten. Das Experimentieren lohnt hier durchaus, da unter den verschiedensten Bedingungen die unterschiedlichsten Dinge gedeihen.
In der Kampagne haben Sie es auf jeden Fall und im Endlosspiel optional mit anderen Stationsmanagern zu tun, die bis zu 48 Sektoren einer Raumstation bevölkern. Übergriffe sind hierbei nicht zu vermeiden und sehr simpel gehalten. Per Mausklick bestimmen Sie einen Sammelpunkt und hetzen Ihre Kampfeinheiten und Polizei-Scuzzer auf ungebetene Eindringlinge und feindliche Einheiten. Klingt eigentlich recht einfach, ist aber im fortschreitenden Kampagnenmodus ein ganz schön hartes Stück Arbeit.
Genau wie die Kampfhandlungen ist das ganze Spiel grafisch sehr eindrucksvoll und ansehnlich in Szene gesetzt worden . Gerade bei den einzelnen Alienrassen gingen die Grafiker mit sehr viel Liebe zum Detail zu Werke und selbst bei näherem Heranzoomen verpixeln weder Gebäude noch Bewohner - allerdings verlangt die volle Grafikpracht bei größeren Ausbaustufen nach einem leistungsstarken Pentium-III-Prozessor. Großartig gelungen ist auch die Soundkulisse mitsamt ihrem filmreifen Soundtrack, der für zusätzliche Atmosphäre sorgt und von dem sich so manches PC-Spiel gerne eine Scheibe abschneiden darf.

   
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Startopia (PC)
Spielspaß-Wertung

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