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Space Siege (PC)

Release:
22.08.2008
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Sega

Das Maus-Massaker

16.10.2008 10:36 Uhr
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Das Maus-Massaker Fiese Außerirdische wollen die Menschheit ausrotten. Hammer, auf eine solche Idee, frisch wie eine Mumie, haben wir ja nur gewartet.
Die Dungeon Siege-Titel waren zu ihrer Zeit leckere Rollenspiele. Keine Klassiker à la Diablo 2, aber schmackhafte Zwischenmahlzeiten. So ist es kein Wunder, dass Wohnzimmerhelden sich Großes erhofften, als die Firma Gas Powered Games begann, einen Ableger im Science-Fiction-Gewand zu köcheln. Und, wie mundet der jetzt?

Lauf, Forrest!
Space Siege schubst Sie nach einem hübschen Einleitungsfilm reichlich unvermittelt in ein Zehn-Stunden-Abenteuer - und zwar in der Rolle von Held Seth Walker. Der Name Walker (Spaziergänger, Wanderer) ist Programm, denn in der Folgezeit laufen Sie sich in den immer gleich aussehenden sterilen Räumen und Gängen eines gewaltigen Raumschiffs ein Wolfsrudel. Das Erkunden macht deshalb etwa so viel Spaß wie Bauchspeicheldrüsenkrebs. Auf Wunsch begleitet Sie eine Blechbüchse names Harvey, das ist ein Kampfroboter, der den Protagonisten unterstützt. Jetzt gilt es eigentlich nur, E.T.s bucklige Verwandtschaft wegzubrezeln. Wobei unser Walker "walkt", als habe er Durchfall in der Hose - doch deshalb muss ja nicht das ganze Spiel scheiße sein. Nein, die Jagd per Maus und Tastatur macht sogar Spaß! Weil wir aber nicht von Scien­tology sind und keinesfalls alles schönreden, richten wir natürlich die Augen vornehmlich auf Kritikpunkte: Nach ein paar Stunden Monstermatschen stellt sich nämlich Monotonie ein. Fast fühlt es sich an, als bewege man sich ständig im ersten Level des Spiels. Es kommt einfach kaum mehr was nach! Außerdem entpuppen sich die Rollenspiel-Elemente als mager (siehe Kasten "Von der Rolle"), sodass gar keine rechte Lust entstehen mag, den Diarrhö-Schützling liebevoll hochzupäppeln. Dieser entdeckt - von ein paar kybernetischen Implantaten abgesehen - keine außer­gewöhnlichen Gegenstände, die Sie überraschen oder gar frohlocken lassen könnten (in der Rollenspielsprache "Rare Items" oder "Unique Items" genannt). Waffen liegen halt irgendwo rum, an vorbestimmten Stellen, basta. So erbeutet der Sternenkriegerheinz bis zu zwölf Argumentverstärker - eine Zahl, über die Diablo-Jünger nicht mal abfällig lächeln würden. Darüber hinaus sammelt Walker lediglich Schrott, "Upgrade-Material" genannt, mit dem er an Werkbänken seine Ausrüstung verbessert.
Das Maus-Massaker
Klick mich, Baby!
Nun gut, denken wir uns, dann ist Space Siege eben kein Rollenspiel, sondern ein guter Action­titel. Möööp, auch falsch! Denn für eine Baller-Ekstase dank schnörkelloser Gegner-Brutzelei haben die Entwickler die Steuerung falsch angelegt. Es ist nicht möglich, Walker genretypisch per Tasten W, A, S und D durchs Schiff zu bugsieren. Stattdessen müssen Sie mit umständlicher Rollenspiel-Mausklickerei vorliebnehmen. Starke Momente hat Space Siege­ erst gegen Ende und wenn es gegen Zwischenbosse geht. Nett ist ferner der kooperative Mehrspieler-Modus. Insgesamt betrachtet empfanden wir die fröhliche Metzelei deshalb als okay. Aber eben nur das! Das Spiel zum Vollpreis von 47 Euro anzubieten, ist allerdings ein Witz, über den keiner lachen kann. Actionfans, die stilecht Außerirdische braten wollen, tun dies besser mit Shadowgrounds: Survivor­ oder Alien Shooter 2, die bereits zum Billigtarif von 30 beziehungsweise 20 Tacken zu haben sind. Und bessere Rollenspiele gibt‘s zuhauf.

   
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Bild 1-3
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