Schlechtes Bauspiel
Schrott des Monats: Bestattungsunternehmer feiern! Nach dem Erscheinen der Prison Tycoon-Reihe explodiert die Selbsttötungsrate unter Computerspielern.
"Fürth, 21. April 2008: Am heutigen Tag kam es zu einem tragischen Ereignis. Ein junger Mann sprang aus dem dritten Stock des Computec-Verlagshauses. Er zog die Selbsttötung einer noch schlimmeren Qual vor. Ermittler fanden an seinem Arbeitsplatz einen Abschiedsbrief mit folgendem Inhalt: ,Prison Tycoon 2 und 3? Ein Strick hätte denselben Zweck erfüllt!‘"
Der kleine Horror-Laden
Gehirnakrobaten haben es bereits erkannt: Wie es der Name verrät, versetzt Sie die Prison Tycoon-Reihe in die Rolle eines Gefängnisleiters. Ihr Job: Gefangene zum Arbeiten zu bewegen und Aufstände niederzuschlagen. Sie haben in beiden Spielen die Wahl zwischen je bis zu 16 Aufträgen oder drei Endlosszenarios. Die Missionen ähneln sich wie ein Ben-Stiller-Film dem anderen: Mal senken Sie die Gewaltrate unter den Gefangenen, mal leiten Sie Ihren Knast bis zu einer bestimmten Sträflingszahl. Motivation kommt dabei nicht auf, denn schon zu Beginn hat der Spieler Zugriff auf alle Aufträge. Abgesehen vom lahmen Spielablauf, der in beiden Titeln praktisch identisch ist, verursacht die Grafik Augenblutungen, Lepra und drei bisher unbekannte Formen von Krebs. Unterboten wird das Ganze noch von der Musik: Sage und schreibe eine einzige nervtötende Melodie untermalt beide Spiele und hört nach je fünf Minuten abrupt auf (zugegeben, das ist dann irgendwo doch ein Pluspunkt). Lediglich die Handlung treibt Sie nicht in den Wahnsinn - es gibt nämlich keine. Eine gute Sache darf nicht unerwähnt bleiben: Verschreibungspflichtige Brech- und Abführmittel sind teurer als die ganze Prison Tycoon-Reihe. Teil 2 ist als deutsche Version im Laden erhältlich, der Nachfolger hingegen nur als englische Fassung über den Online-Service Steam. Unsere Empfehlung: Daddeln Sie die Dinger in der Nähe einer Kloschüssel!
