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Medal of Honor: Allied Assault (dt.) (PC)

Release:
22.02.2002
Genre:
Action
Publisher:
Electronic Arts
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Explosiv!

08.01.2002 12:36 Uhr
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Landung in der Normandie: Ihnen pfeifen Kugeln um die Ohren. Granaten schlagen ins Erdreich ein. Landung in der Normandie: Ihnen pfeifen Kugeln um die Ohren. Granaten schlagen ins Erdreich ein. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Medal of Honor ist wie ein Kriegsfilm im Kino. Nur das Fingernägel- und Popcornkauen können Sie sich abschminken: Beim Spielen müssen Sie beide Hände frei haben! Und dürfen nur die Maus anfingern, die an Ihrem PC steckt. Macht nix. Das ist aufregend genug.
Darf man an so was Spaß haben? Die Entwickler haben die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs möglichst realistisch nachgebildet. Was sich hier am Bildschirm abspielt, ist zeitweise enorm beklemmend. Es ist aber nur ein Spiel. Ein interaktiver Kriegsfilm, bei dem Sie der Hauptdarsteller sind. Wer dies so sehen kann, darf sich davon auch unterhalten lassen. Entscheiden müssen Sie das selbst. Uns hat das Spiel jedenfalls gefesselt.
Ihr Name ist Mike Powell. Sie sind amerikanischer Spezialagent. Alleine können Sie den Krieg gegen die Schreckensherrschaft der Nazis nicht gewinnen. Powell ist nur ein kleines Zahnrad. Er hat aber wichtige Aufgaben. Und so stehlen Sie in der Ich-Perspektive Geheimdokumente, schnippeln die Zündkabel von Lkws durch, befreien hinter feindlichen Linien Kriegsgefangene, spionieren Flak-Stellungen aus, sprengen neuartige Raketen-Geschütze oder Züge, senden per Funk falsche Befehle an die Wehrmacht oder hauen US-Ranger raus, die in einem idyllischen Dorf von Feinden umzingelt sind. Bei der Orientierung hilft der Kompass am oberen linken Bildrand. Ein Pfeil weist den Weg zum nächsten Ziel, zwei Punkte zeigen anhand ihres Abstands, wie weit der gesuchte Ort noch entfernt ist. Ein Druck auf die Tab-Taste listet die Einzelaufträge auf. Was angekreuzt ist, haben Sie bereits erledigt. Das ist einfacher, als mit Oma Friedas 63-zeiliger Einkaufsliste in den Supermarkt zu rennen.
Die abwechslungsreichen Missionen beinhalten häufig mehrere Ziele. In einer zerbombten Stadt in der Bretagne gilt es, eine strategisch wichtige Brücke zu halten. In einem Haus liegt Powell auf der Lauer, die Straße nach Brest immer im Blick. Von allen Seiten stürmen deutsche Soldaten herbei, die zum Auslöser für das bereits an der Brücke angebrachte TNT gelangen wollen. Mit dem Springfield-Scharfschützengewehr nimmt Powell die Mitglieder der Wehrmacht aufs Korn. Ein Fehlschuss und die Brücke geht in die Luft! Im falschen Moment nachladen und alles kann vorbei sein! Dramatische Musik. Adrenalin, lass nach! Zwischenzeitlich brummt ein Flugzeug im Tiefflug über die Stadt, wirft Bomben ab. Ein Gebäude verliert mit lautem Krachen seine Fassade. Endlich rollt einer Ihrer Panzer heran. Er will die Brücke überqueren. Doch was ist das? Auf der anderen Seite walzen deutsche Tanks und nehmen das eigene Gefährt unter Beschuss. Sie wollen Luftunterstützung anfordern, indem Sie die Kettenfahrzeuge mit dem Fernglas markieren und Ihre Truppe über Funk informieren. Leider kommen Sie vorerst nicht dazu. Hinter Ihnen ertönen Rufe. "Da ist der Ami!" Der Feind hat Sie entdeckt, kommt die Treppe des Hauses hoch. Powell legt das Fernglas zur Seite, schnappt sich die MP 40. Schon stehen drei Uniformierte vor ihm. "Waffe fallen lassen", bellt einer. "Arsch leck'n", denken Sie. Jetzt bellt statt des Fuzzis Ihre Maschinenpistole. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt - und zurück zum eigentlichen Geschehen.
Selbstverständlich muss der Spieler auch die genretypische, offene Konfrontation nicht missen. Den direkten Zweikampf sucht er unter anderem mit Colt 45, Garand-Gewehr, diversen Maschinenpistolen, Eier- und Stiel-Handgranaten und zwei Panzerfaust-Typen. Häufig stehen Ihnen mehrere Kameraden zur Seite, die selbstständig agieren. Auf manche dieser Nichtspielercharaktere müssen Sie besonders Acht geben, zum Beispiel auf den Piloten, den Sie nach einem Absturz in der Normandie aus der Gefangenschaft befreien. Segnet er das Zeitliche, heißt's "Game over". Merke: Sobald der Kumpel nach einigen Treffern zu humpeln beginnt, wird's kritisch.
Durchwachsen präsentiert sich die künstliche Intelligenz der Computergegner, zumindest im Vergleich mit Return to Castle Wolfenstein (Test in PCA 1/2002). Zwar gehen Kontrahenten in Deckung, wenn sie Sie mit Handgranaten eindecken - das erwartet man aber auch. Zwar ducken sie sich zum Beispiel manchmal hinter umgestürzten Tischen - das geschieht aber nur in seltenen, geskripteten Momenten. Hauptproblem ist der Lemming-Effekt: Häufig traben mehrere Gesellen direkt vor Ihr Mündungsfeuer, einer nach dem anderen. Das mag für den Spieler praktisch sein, wirkt aber saublöd. Großartige Ausweichbewegungen dürfen Sie auch nicht erwarten.

   
Bildergalerie: Medal of Honor: Allied Assault (dt.)
Bild 1-3
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Medal of Honor: Allied Assault (dt.) (PC)
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