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Far Cry (dt.) (PC)

Release:
25.03.2004
Genre:
Action
Publisher:
Ubisoft

Far Cry (dt.)

19.04.2004 11:53 Uhr
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>>Nerv nicht rum, gleich kommt die Sportschau.<< >>Nerv nicht rum, gleich kommt die Sportschau.<< [Quelle: Siehe Bildergalerie] Wer Far Cry erstmals startet und die virtuelle Inselwelt betritt, gerät ins Schwärmen - na ja, außer Stevie Wonder vielleicht. Alle anderen erblicken Gräser, Bäume und rot blühende Pflanzen, die sich raschelnd im Wind wiegen, während Grillen zirpen und Vögel zwitschern. Zarte, leicht schaumige und transparente Wellen benetzen plätschernd den feinen Sandstrand. Im tiefblauen, spiegelnden Meer tummeln sich Fische. Papageien und Möwen kreischen, Libellen surren durch die Luft. Am freundlichen Himmel prangen weiße, watteartige Wölkchen. Es ist, als seien Sie beim Dreh eines TUI-Werbefilms über die Karibik vor Ort. "Wunderschön!", schießt es Ihnen durch den Kopf - bevor die erste MG-Kugel selbiges tut. Sie sind nämlich nicht im Urlaub und bei den Söldnern auf dem Eiland nur geringfügig beliebter als ein GEZ-Mitarbeiter. Dass die Charaktere bei Kämpfen nicht ganz perfekt animiert durch die Gegend rennen, fällt wegen des prachtvollen Drumherums kaum auf. Far Cry setzt neue Technik-Standards.

Frauenbeauftragter
Der Spieler schlüpft in die Rolle des Charterboot-Kapitäns Jack Carver. Der soll die angebliche Reisejournalistin Valerie Constantine auf eine nicht verzeichnete Insel bringen. Dummerweise dümpelt sein Schiff an der richtigen Stelle zur falschen Zeit herum, als unzufällig eine Rakete vorbeikommt. Das Schiff ist also Schrott und der Eigentümer sitzt auf der Insel fest. Na super. Ein ominöser Typ nimmt per Funk mit Jack Kontakt auf und verspricht, ihn von der Insel zu lotsen. Da aber die formschöne Valerie entführt wurde, müssen Sie natürlich erst den Helden spielen. Anfangs kriegen Sie es mit Hunderten von Söldnern zu tun. Dies wird auf Dauer etwas fad, doch zum Glück wollen Ihnen ab dem zweiten Drittel des Abenteuers noch dicke Mutanten an den Kragen Ihres feuerroten Hawaiihemds. Das zuletzt Genannte bietet nicht gerade den besten Tarneffekt im grünen Dschungel und in den Innen-Levels, die mit Gänsehaut erzeugenden Geräuschen gespickt sind. Bei den "Hey! Du mit dem Hemd!"-Rufen, wenn einen mal wieder Gegner entdeckt haben, fühlt man sich dann irgendwie auch entsprechend verspottet.

Schleich dich!
Ihr Insel-James-Bond darf zum Glück allerlei Schnickschnack nutzen: Schutzwesten, eine Splinter Cell-Gedächtnisbrille mit Nachtsichtfunktion und Wärmesensor, vor allem aber das Superduper-Fernglas. Dieses enttarnt weit entfernte Gegner und offenbart, wie diese sich bewegen. Punkte in den Farben Grün, Gelb und Rot zeigen, ob die Feinde ein Geräusch bemerkt haben oder Sie gar sehen. Oft ist es möglich und vor allem im Sinne der Gesundheit, den Typen schleichend aus dem Weg zu gehen. Denn die haben mächtig Köpfchen. Will heißen: Nicht nur bei der Umgebungsgrafik, sondern auch im Bereich künstliche Intelligenz legt Far Cry die Messlatte für nachfolgende Spiele deutlich höher.

Mit Hirn, Alarm und Kanone
Die Söldner gehen in Deckung, verstecken sich, drücken Alarmknöpfe, kommunizieren in superber Sprachausgabe und arbeiten zusammen. Immer wieder ertönen Kommandos wie "Da ist er! Links!", Angebote im Stil von "Ich hab hier eine Kugel - extra für dich!" oder Liebesbekundungen à la "Drecksau!". Zeit, verdutzt zu sein, weil Sie plötzlich von fünf Mann eingekreist wurden, haben Sie kaum. In solchen Fällen nämlich beißt der Polygonrecke oft schneller ins wunderschöne Gras als eine ausgehungerte Kuh. Kleine Aussetzer wie einzelne, unbeteiligt herumstehende Denkbremsen erleben Sie selten. Die brillante KI ist neben der fehlenden freien Speicherfunktion der Grund, warum der Titel weniger versierten Spielern einigen Frust beschert. Punktabzug bei der Kür! Als wir das Spiel testeten und nur feste, wenngleich meist fair gesetzte Checkpunkte zur Verfügung standen, klang die Beschreibung der Stufe "Leicht" (Friedlicher Spaziergang am Strand. Schönen Urlaub!) jedenfalls wie ein (zugegebenermaßen sehr guter) Witz. Von den vier höheren Standard-Schwierigkeitsgraden ganz zu schweigen. Beim zusätzlichen Auto-KI-Modus, der sich dem Können des Zockers anpassen soll, machten wir eher schmerzhafte Erfahrungen. Sollte das versprochene optionale Speicher-Update tatsächlich erschienen sein, wenn Sie diese Zeilen lesen, erhöhen Sie unsere Spielspaßwertung aber bitte gedanklich um 2 %. Wer nicht ganz so gut addieren kann: Wir holen dies für Sie amtlich und mit unserem Taschenrechner nach.

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