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Der Clou! 2 (PC)

Release:
09.04.2001
Genre:
Strategie
Publisher:
JoWooD Entertainment AG
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Innovative und empfehlenswerte Ganoven-Komödie

05.04.2001 17:10 Uhr
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In persönlichen Gesprächen können Sie versuchen, Komplizen für Ihre düsteren Machenschaften zu finden. In persönlichen Gesprächen können Sie versuchen, Komplizen für Ihre düsteren Machenschaften zu finden. [Quelle: ] Denn abgesehen vom gaunerischen Hintergrund, hat Der Clou! 2 mit seinem Vorgänger absolut gar nichts mehr zu tun. War Der Clou! noch ein klassisches Adventure mit fest vorgegebenem Handlungsstrang, präsentiert sich dessen Nachfolger als selbst titulierte "Einbruchssimulation", bei der es einzig und allein darum geht, einen Bruch nach dem anderen zu landen. Eine feste Storyline, die den Spieler an einen vorgeschriebenen Handlungsstrang kettet, gibt es nicht.
Sie schlüpfen dabei in die Rolle des zwielichtigen Möchtegern-Ganoven Matt Tucker, der frisch in der Stadt eingetroffen ist und sich nun daran macht, ein eigenes Gauner-Imperium aufzubauen. Doch um sich mit dem Titel des bekanntesten und besten Verbrechers der Stadt zu schmücken, bedarf es einiges an Arbeit. Ein echter Gentleman-Verbrecher gibt sich nämlich nicht mit lächerlichen Handtaschendiebstählen, sondern plant in den eigenen vier Wänden heimlich, still und leise seinen nächsten Coup.
Schauplatz des Spiels ist ein finsteres und stets vernebeltes Städtchen, das nicht nur für eine stimmige Atmosphäre sorgt, sondern sich mit seiner schmucken und frei dreh- und zoombaren 3D-Grafik auch sehen lassen kann und im Vergleich zum artverwandten Raub eine wahrhaft lebendige Umgebung bietet: Autos fahren umher, bellende Hunde streunen durch die verwinkelten Gassen, Bürger besuchen Bars und Wachleute ziehen nachts ihre Runden.
Auch die Steuerung ist erfreulich leicht gehalten. Wie in klassischen Point-and-Click-Adventures genügt ein Mausklick, um Matt in Bewegung zu setzen. Ein Doppelklick auf die optional einblendbare Karte manövriert Sie direkt zum gewünschten Ziel. Das Wegfindungssystem offenbarte leider noch einige Schwächen, so kam es des Öfteren vor, dass Matt zunächst auf eine Straße bewegt werden musste, bevor er den rechten Weg einschlug, ohne sich in irgendwelchen Hinterhöfen zu verrennen. Manipulierbare Objekte, wie Haustüren, Fenster, Personen oder sonstige Gegenstände, lassen sich mittels gedrückter Maustaste öffnen, aktivieren oder ansprechen - einfacher geht"s nimmer! Und das ist auch gut so, denn alleine um für spätere Brüche ausreichend Komplizen zu finden und zu rekrutieren, werden Sie oft genug durch die etwas zu groß geratene Stadt latschen müssen.
Ausgangspunkt aller Aktivitäten ist der schnieke Schreibtisch Ihrer Wohnung, an dem sämtliche finsteren Machenschaften geplant werden. Per Mausklick wählen Sie das Zielgebäude aus, akzeptieren die Bedingungen (z. B. mindestens Beute im Wert von 1.200 Mark zu machen) und machen sich dann an die eigentliche Planung. Dazu schaltet das Spiel in eine Art Aufnahme-Modus (siehe Kasten "So spielt sich ..."), bei dem Sie mit Matt und eventuelle Kumpanen in Ihr Objekt der Begierde eindringen. Denken Sie, ins Blickfeld eines Wachmannes oder in den Sensor einer Alarmanlage geraten zu sein, können Sie einfach noch mal kurz zurückspulen, und die Situation anders meistern - so lange, bis Sie denken, alles richtig gemacht zu haben und wieder in Ihrem Fluchtwagen sitzen. Danach können Sie den Einbruch starten und nicht mehr korrigierend eingreifen. Haben Sie bei Ihrer Planung doch einen Fehler gemacht, gilt der Bruch als gescheitert, eine zweite Chance haben Sie aber selbstredend. Gelingt ein Coup, schalten sich neue Einbruchsziele frei. Insgesamt stehen 20 Gebäude zum Raub bereit. Ihre erbeutete Ware können Sie bei einem der zahlreichen Hehler "umsetzen", das verdiente Geld kann dann in neues Equipment, wie Dietriche, Brecheisen, Äxte, Lötkolben und neue Autos investiert werden. Vom klapprigen VW-Käfer-Verschnitt mit Schrottplatzwert bis zum sündhaft teuren Sportflitzer kann bei dem herrlich unseriösen Autohändler so ziemlich alles erworben werden.
Mit fortschreitender Spieldauer werden die Einbrüche immer komplizierter und die Planung noch akribischer und detaillierter, als diese ohnehin schon ist. Den Einbruch im Tante-Emma-Laden meistern Sie noch alleine, doch größere Diebeszüge verlangen nach bis zu drei Komplizen, die sich natürlich auch vom Gewinn eine gewaltige Scheibe abschneiden. Teamwork muss also notgedrungen groß geschrieben werden. Während Ihr einer Komplize die Wachleute ablenkt, knacken Sie schnell das Türschloss, um den nächsten Gehilfen ins Haus zu schleusen, wo dieser schleunigst den Safe aufbricht. Schlussendlich muss dieser dann zu dritt leergeräumt werden, weil ein Mann alleine die ganze Beute gar nicht tragen kann. Klingt kompliziert, ist es auch. Vor allem die Planungsphase erstreckt sich in den späteren Missionen, bei denen bis zu vier Personen koordiniert werden wollen, weit über eine Stunde. Wurde dann anfangs ein klitzekleiner Fehler gemacht und ein Schloss zu laut aufgebrochen, wodurch die Alarmanlage anschlug, war die ganze Arbeit für die Katz und es muss noch einmal von vorne begonnen werden. Hinzu kommt, dass die Kameraführung teils etwas unglücklich gewählt ist und der komplette Überblick gerade bei mehrgeschossigen Einbruchszielen nur bedingt gegeben ist.
Keine Frage, spätestens nach der Hälfte aller möglichen Einbruchsziele artet Der Clou! 2 mit seiner langatmigen Planung in ein echtes Geduldsspiel aus, einem guten wohlgemerkt. Mit dem sich aufgrund seiner weit reichenden Einbruchs-Organisation aber wohl nicht jeder vollends wird anfreunden können und das Brecheisen daraufhin gefrustet an den Nagel hängen dürfte.

   
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Der Clou! 2 (PC)
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