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DTM Race Driver 2 (PC)

Release:
11.11.2005
Genre:
Rennspiel
Publisher:
Codemasters
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Komm von hinten!

18.05.2004 11:00 Uhr
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>>Lilliputaner: Erektion.<< >>Lilliputaner: Erektion.<< [Quelle: Siehe Bildergalerie] Nicht nur bei der gleichgeschlechtlichen Liebe mischen Sie das Feld von hinten auf. Auch bei DTM RACE DRIVER 2 starten Sie meist aus der zweiten Reihe. Aber dann geht die Post ab.

Die Karosserie Ihres Testwagens ist zerknautscht, der Chef sauer. Sie sind ein schlechter Fahrer und daran muss sich einiges ändern. Der Traum vom umjubelten Rennchampion ist erst mal geplatzt, stattdessen stehen mickrige Preisrennen auf dem Plan. Und wer hat hier die Arschkarte gezogen? Natürlich Sie, verehrter Käufer - und das werden Sie nach der Lektüre dieses Tests hoffentlich sein. Zum Glück schlüpfen Sie im Story-Modus diesmal nicht in die Haut von Schwulatti Ryan McKane: Der Unsympath aus dem ersten Teil wurde schlichtweg wegrationalisiert. Dafür erleben Sie die schmierige DTM 2-Seifenoper um verwegene Manager, heiße Schnecken und fiese Kontrahenten in zahlreichen Videofilmchen aus der Ego-Perspektive. Denn Ihre Gesprächspartner labern Sie direkt an, springen quasi aus dem Monitor. Das sorgt für viel Motivation und hebt DTM Race Driver 2 aus der Masse schnöder Rennspiele heraus. Respekt!

Etikettenschwindel?
Um Irrtümer auszuschließen: Der Titel des Spiels passt nicht. Das ist auch gut so, schließlich beschert Ihnen DTM Race Driver 2 neben den Deutschen Tourenwagen Masters weitere 29 Rennserien, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Neben gewohnten Motorsportarten wie Rallyecross, Straßenrennen oder Nascar-Wettkämpfen erwarten Sie innerhalb der Einzelspieler-Kampagne die ungewöhnlichen Herausforderungen Supertruck-Rennen, Hotrod-Turniere und Land-Rover-Trails. Eines ist gewiss: Auto-Narren finden beim neuen Genreprimus ihr virtuelles Nirwana. Dermaßen umfangreich und durchgestylt kam noch kein Mattscheibenflitzer daher.

Der Weg ist das Ziel
Im Vergleich zum Vorgänger fällt der Karriere-Modus bei DTM 2 deutlich kompromissloser aus. Ziel ist es, einen der begehrten Jobs beim Sharks-Werksteam zu ergattern. Dazu müssen Sie durch acht Saisons brettern und Vorgaben erfüllen. Der Sieg ist dabei nicht immer Pflicht. Oft genügt ein Podiumsplatz oder
eine bessere Platzierung als ein bestimmter Kontrahent, um eine Runde weiterzukommen. Das frickelige Feintuning vor den Rennen übernimmt Ihr Mechaniker-Team, für Sie geht es ohne Umschweife auf die Piste. Auch zwischen den Rennen wird nicht lange gefackelt: Maximal zwei Veranstaltungen stehen als nächste Sprosse auf der Karriereleiter zur Wahl. Der Spieler wird in einem Rutsch durch den Titel geführt. Keine Längen, keine Pausen - gut so.

Gefühlsecht
Den Realismus der Fahrphysik siedelte man irgendwo zwischen Simulation und Arcade-Renner an. Kleine Fahrfehler verzeiht das Programm gnädig und dank antrainiertem Fingerspitzengefühl verschaffen Schleudermanöver sogar Vorteile. Sofern Sie dabei auf dem Asphalt bleiben. Abseits der Strecke lassen sich PS-Protze kaum in der Spur halten. Vor allem bei Kontakt mit dem Kiesbett ist ein Dreher vorprogrammiert. Allerdings kommt es immer darauf an, in welcher Karre Sie Ihren
Hintern parken, denn jeder Schlitten besitzt andere Fahreigenschaften. Die winzigen Zigarrenflitzer der Formel-Ford-Klasse beschleunigen wie eine Rakete, brechen aber bei der kleinsten Karambolage sofort aus. Dem wie ein Brett auf der Straße liegenden DTM-Wagen hingegen würde ein bisschen mehr Spritzigkeit gut zu Gesicht stehen. Egal, bei allen Flitzern schießt das Fahrgefühl von Gamepad, Tastatur oder Lenkrad direkt ins Kleinhirn. Vorausgesetzt, der Spieler hat die clevere Steuerung verinnerlicht und auf das Fahrverhalten der Wagen übertragen. Nur dann entfaltet sich die große Spieltiefe des Titels. Im weiteren Verlauf steigt der Schwierigkeitsgrad langsam, aber konstant an. Wer in den ersten DTM-Rennen nicht zum Publikumswitz mutieren will, muss PS und Geduld unter Kontrolle haben. Es lohnt nicht, während der harten Rangkämpfe im Kamikazestil nach vorne zu preschen. Vielmehr müssen Sie sich die Kurven merken, an denen die Computergegner besonders stark anbremsen. Hier lauert die Chance, mit geschmeidigen Schlittermanövern gleich mehrere Plätze gutzumachen.