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Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth (PC)

Release:
31.03.2006
Genre:
Action
Publisher:
Ubisoft
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Call of Cthulhu

27.03.2006 15:00 Uhr
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Call of cthulhu: Dark Corners of the Earth bietet derbe Kost. Hier haben wahre Meister die Schraube des Horrors fest angezogen.

Zum Waffenarsenal gehören unter anderem: Brecheisen, Colt, Schrotflinte und Trommelkarabiner. Zum Waffenarsenal gehören unter anderem: Brecheisen, Colt, Schrotflinte und Trommelkarabiner. [Quelle: ] Die gruselige Welt von Cthulhu stammt aus der Feder des Schriftstellers H.P. Lovecraft (mehr Informationen zu dem einflussreichen Schreiberling finden Sie rechts im Extrakasten "Tod und Teufel"). Im Spiel übernehmen Sie die Rolle des erfolgreichen Polizisten Jack Walters. Eigentlich trifft "ehemals erfolgreich" besser zu, denn der gute Mann hat Probleme. "Die habe ich auch", können Sie jetzt sagen, doch unser Schnüffler hatte jede Nacht dermaßen brutale Visionen, dass sein Oberstübchen schließlich durchknallte und er einen totalen Gedächtnisverlust erleidet.

Nach sechs Jahren Psychiatrie entlässt man den Ärmsten wieder in die böse Welt, doch die Erinnerungen bleiben verloren. Gerade als er sich wieder ins bürgerliche Leben eingliedern will, bekommt er einen Anruf, der ihn auf die Spur einer okkulten Sekte führt. Seltsamerweise scheinen die satanischen Fuzzis seit langem an Walters interessiert zu sein, denn bei der Durchsuchung eines Unterschlupfs findet Jack dutzende Fotos, die seine Person zeigen. Alle stammen aus den letzten sechs Jahren ...

Böse Machenschaften

In Innsmouth treffen Sie auf etliche Charaktere - wenn Sie dem falschen trauen, sind Sie verloren. In Innsmouth treffen Sie auf etliche Charaktere - wenn Sie dem falschen trauen, sind Sie verloren. [Quelle: ] Die Fährte führt Sie an die Ostküste der USA in das verschlafene Nest Innsmouth. Hier spielt die Haupthandlung. Das Kaff ist dermaßen schmuddelig, dass sich höchstens Bahnhofspunker heimisch fühlen würden. So sehen die Einwohner aber auch aus - lethargisch und leichenblass schlurfen sie durch den Ort. Wenn Sie die Typen mit Hilfe der Aktionstaste ansprechen, machen diese Ihnen mit mürrischen Bemerkungen klar, dass Sie bloß wieder verschwinden sollen.

Grafisch hinterlassen Charaktere und Häuser einen mittelmäßigen Eindruck. Die verwaschenen Texturen lassen die Optik wie ein Aquarell wirken. Das passt allerdings ganz gut, schließlich spielt Dark Corners of the Earth in den Zwanzigerjahren. Geschickt eingesetzte Effekte wie Fehler auf der Linse und gelegentliches Bildrauschen lassen das Spiel wie einen Film aus eben jener Zeit wirken, nur halt in Farbe.

Was lange währt

Immer wieder finden Sie Überreste von Menschen. Immer wieder finden Sie Überreste von Menschen. [Quelle: ] In den ersten Stunden sammeln Sie Indizien über die gefährliche Sekte. Obwohl Sie dabei nicht einen Schuss abgeben, ist die Sache ungeheuer spannend. Geheimnisvolle Zwischensequenzen, merkwürdige Dialoge und beängstigende Hintergrundgeräusche sorgen für eine beklemmende Atmosphäre. Im weiteren Spielverlauf geht es ruppiger zur Sache: Mit Schrotflinte, Trommelkarabiner und Brechstange zeigen Sie entstellten Zombie-Mutanten, wo der Hammer hängt - Lovecraft pur.

Erwarten Sie allerdings kein Gemetzel à la Doom 3, bei dem Sie von einem Abschuss zum nächsten hüpfen, bei Dark Corners of the Earth sind die Ballerpassagen nur eingestreut. Dafür fordert Cthulhu Hirnschmalz dank kniffliger Rätseln und verwirrender Beziehungen zwischen den Charakteren.

Wem Sie letztendlich trauen, liegt an Ihnen ein Irrtum endet oft sofort im virtuellen Grab. Das kann gewaltig nerven, denn eine Schnellspeicherfunktion gibt es nicht. Nur an speziellen Punkten dürfen Sie den Spielstand sichern, doch diese liegen manchmal so weit auseinander, dass Sie durch das halbe Level latschen.

Verletz Dich!

Die schleimigen Tentakel scheinen einen magischen Einfluss auf die Bewohner zu haben. Die schleimigen Tentakel scheinen einen magischen Einfluss auf die Bewohner zu haben. [Quelle: ] Genauso einfallsreich wie die Geschichte sind viele kleine Spielelemente. So gibt es bei Dark Corners ein dynamisches Verletzungssystem. Je nachdem, ob Arme, Beine, Kopf oder Rumpf einen Treffer abbekommen haben, verändert sich die Spielbarkeit. Mit einem Wadenbeinbruch humpeln Sie nur noch schneckengleich durch die Gegend, während eine klaffende Wunde im Pixelbizeps Ihre Treffsicherheit beeinträchtigt.

Finden Sie dann endlich ein Medi-Pack, gilt es zu überlegen, auf welches Körperteil Sie am meisten angewiesen sind (okay, okay, Männern fällt die Entscheidung leicht ...). Es kommt noch besser. Mit dem so genannten "Sanity-System" verdeutlichen die Entwickler sogar Emotionen, die Optik verschwimmt oder die Steuerung ist plötzlich unpräzise. Klasse! Aber bevor Sie jetzt losflitzen, um den Schocker zu kaufen, warnen wir Sie auch: Auf allem, was mit Call of Cthulhu zu tun hat, scheint ein Fluch zu liegen!

Das bereits auf der E3 2001 angekündigte Dark Corners of the Earth (damals noch bei Fishtank) verschwand wegen etlicher Vertriebsquerelen jahrelang von allen Veröffentlichungslisten. Und ein weiterer PC-Titel aus dem Cthulhu-Universum, Destinys End, bleibt verschollen ...

Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth (PC)
Spielspaß-Wertung

75 %
Leserwertung
(0 Votes):
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Altbackene Grafik
Stellenweise zu viele lange Dialoge hintereinander
Kaum Action in den ersten Stunden
Fazit
Spannendes und super gruseliges Abenteuer mit subtilen Horror-Elementen.
   
Ralph Wollner
Da mein Leben schon der reine Horror ist, bin ich froh, dass es anderen noch schlechter geht. Herr Walters ist auf jeden Fall total vom Schicksal gearscht und bekommt von allen Seiten mächtig auf die Glocke. Ich möchte nochmals betonen, dass Dark Corners of the Earth keine Ballerorgie, sondern vielmehr ein Miss-Marple-Abenteuer mit Zombies ist. Wegen der neuen Ansätze im Gesundheitssystem und der absolut gruseligen Inszenierung rechtfertigt der Titel allemal seinen Preis.