pcaction.de - Players. Community. Action!

Battlestations: Midway (PC)

Release:
09.02.2007
Genre:
Strategie
Publisher:
Eidos

Battlestations: Midway

23.03.2007 15:23 Uhr
|
|

Heute sind Japaner mit Kameras bewaffnet und maximal wegen ranziger Sushis eine Bedrohung. Vor gut 65 Jahren sah die Sache anders aus.

Auch die kaiserliche japanische Marine stellt sich nicht gerade blöd an: Hier hat es einen Navy-Tanker erwischt.
Auch die kaiserliche japanische Marine stellt sich nicht gerade blöd an: Hier hat es einen Navy-Tanker erwischt. Wir schreiben den 7. Dezember 1941. Ihr Alter Ego, Leutnant Henry Walker, ist gerade in Pearl Harbor angekommen und denkt, hier eine ruhige Kugel schieben zu können. Nichts da! Als Sie sich gerade auf einer Besichtigungstour durch den Hafen befinden, taucht plötzlich eine Meute japanischer Flieger auf. Herzlich willkommen im Krieg! Aber beginnen wir lieber von vorn ...

Aller Anfang ist zäh
Zunächst kämpfen Sie nicht gegen Japaner, sondern gegen den Schlaf: Das Tutorial zieht sich wie eine Darmspiegelung, ist aber notwendig. Als Navy-Offizier haben Sie nämlich einiges zu tun. Auf einer strategischen Karte befehligen Sie über 60 authentische Vehikel aus dem Pazifik-Krieg - vom Kanonenboot bis zum Schlachtschiff.

Durch Träger und Flugfelder schicken Sie zudem jeweils bis zu zwölf Bomber oder Jäger in den Kampf. Trotz der Komplexität des Spiels funktioniert das wunderbar einfach: Einheit wählen, Wegpunkt setzen oder Gegner anvisieren - fertig! So weit, so alt. Jetzt kommt der Clou: Per Tastendruck klemmen Sie sich hinters Steuer und haben den Finger höchstpersönlich am Abzug, wenn Ihr Schlachtschiff mit einer Breitseite einen Zerstörer versenkt, Ihr Bomber einem japanischen Träger Torpedos in die Flanke jagt oder Ihr Jäger mit einer gezielten MG-Salve feindliche Flugzeuge in 1.000 Stücke reißt. Genial: Über 100 Einheiten in einer epischen Schlacht - und Sie sind mittendrin!

Kartenspiel
Das Catalina-Flugboot gibt dem brennenden japanischen 
Frachter mit zwei Torpedotreffern den Rest.
Das Catalina-Flugboot gibt dem brennenden japanischen Frachter mit zwei Torpedotreffern den Rest. Mit knapp vier Stunden Spielzeit ist die Kampagne so verdammt kurz geraten wie Kollege Wollners Genital. Während Sie zu Beginn der seichten Geschichte lediglich ein Patrouillenboot steuern, befehligen Sie im weiteren Verlauf immer größere - und immer mehr - Einheiten. Das bringt aber nicht unbedingt mehr Spaß. Zunächst erleben Sie einen wirklich gelungenen Genremix, doch später verfolgen Sie die Schlacht zu oft auf der Karte.

Neben der Kampagne erwarten Sie zwölf Einzelmissionen, bei denen Sie als japanischer Pilot, U-Boot- oder Schiffskapitän gegen die US Navy antreten. Obwohl sich die Einsätze vom Aufbau stark unterscheiden - mal verteidigen Sie einen Inselstützpunkt gegen Flugzeuge, mal führen Sie eine kleine Flotte durch feindliches Territorium - spielen sie sich doch alle sehr ähnlich. Ihr Gegner geht immer mit ein und derselben Taktik vor: Er wirft Ihnen sein gesamtes Arsenal in mehreren Angriffswellen entgegen.

Das ändert sich auch auf dem dritten und höchsten Schwierigkeitsgrad nicht, hier richten feindliche Einheiten nur mehr Schaden an. Gepaart mit dem Umstand, dass es während einer Mission keine Speichermöglichkeit gibt, besteht vor allem im Veteranen-Modus erhöhte Frustgefahr. Das Balancing hingegen ist tadellos: Jede Einheit hat ihre Eigenheiten, die es überlegt einzusetzen gilt.

Steuer frei!
Auf der Taktik-Karte geben Sie Ihren Einheiten Navigations- (blaue Pfeile) und Angriffsbefehle (rote Pfeile).
Auf der Taktik-Karte geben Sie Ihren Einheiten Navigations- (blaue Pfeile) und Angriffsbefehle (rote Pfeile). Bei der arcademäßigen Steuerung macht sich bemerkbar, dass sie für PC und Konsole entwickelt wurde. Piloten sei trotzdem ein Joystick ans Herz gelegt, denn mit Maus und Tastatur bestehen Sie in hektischen Luftschlachten nicht lange. Schiffe steuern sich leicht: Mit den Tasten W, A, S und D regeln Sie Kurs und Geschwindigkeit, mit der Maus bedienen Sie Flak, Artillerie, Torpedos oder Wasserbomben. U-Boote können zusätzlich tauchen, um sich anzupirschen oder unter Sonartiefe zu gehen. Ein entbehrliches Extra: Nachdem ein Treffer ein Loch in die Hülle gerissen oder das Ruder beschädigt hat, schicken Sie im Reparaturmenü schnellstmöglich Matrosen zu den Problemstellen - sonst parkt Ihr Schiff auf dem Meeresboden.

In Schönheit sinken
Keine Startfreigabe: Unsere Wildcat hat den feindlichen Bomber noch vor dem Abheben erwischt. Keine Startfreigabe: Unsere Wildcat hat den feindlichen Bomber noch vor dem Abheben erwischt. Technisch kann sich Battlestations: Midway sehen lassen, reicht aber an aktuelle Grafik-Toptitel wie Battlefield 2142 nicht heran. Die Modelle sind detailliert, Rostflecke und Rettungsringe zieren die Schiffe, selbst die Crew wuselt an Deck herum. Explosionen, Feuer, Rauch und Wasser sind durchaus ansehnlich, hier haben wir aber schon Besseres gesehen. Unter Enttäuschung sind die langweiligen Inseln und der statische Hintergrund zu verbuchen. Bei den Soundeffekten geben sich die Entwickler keine Blöße: Fette Explosionen, einschlagende MG-Salven und eine stimmige Musikkulisse schaffen eine angemessene Atmosphäre.

Mehr Spieler, mehr Spaß
Den meisten Spaß hatten wir eindeutig im Mehrspieler-Modus, bei dem Sie mit bis zu sieben Freunden, Verwandten und Bekannten die größten Schlachten des Pazifik-Kriegs nachspielen. Duelle finden hauptsächlich auf der Karte statt. Mit der Spielerzahl steigt auch der Actionanteil, da Sie weniger Einheiten unter Ihrer Fuchtel haben. In Vier-gegen-Vier-Partien stimmt das Verhältnis perfekt: gerade genug Strategie - und massig Feindkontakt. So macht der virtuelle (wir können im Gegensatz zu Herrn Beckstein zwischen Realität und Fiktion unterscheiden) Krieg Spaß!

(Michael Grill)

PC ACTION-
Spielspaß-Wertung:
-1
Leserwertung
(0 Votes):
-
Grafik:
Sound:
Multiplayer:
79/10
81/10
84/10